1. Winterzeit ist Erkältungszeit. Kann ich mit Sauna Erkältungen vorbeugen?
Der ständige Wechsel von Wärme- und Kältereizen gewöhnt den Körper daran, sich schnell auf veränderte Temperaturen einzustellen. Die Körperinnentemperatur erhöht sich um 0,5 bis etwa 1°C: das Immunsystem wird so gestärkt. Erkältungen, grippale Effekte, Sommergrippe und auch die „echte“ Grippe haben so deutlich schlechtere Chancen zuzuschlagen.
2. Wie oft sollte ich in die Sauna gehen, um ein starkes Immunsystem zu bekommen?
Zum Saunieren sollten Sie sich Zeit nehmen, um in den Genuss des maximalen Benefits zu kommen. Ideal sind zwei bis drei Saunagänge von jeweils etwa 8 bis 12 Minuten, höchstens aber 15 Minuten. Regelmäßigkeit verspricht eine wohltuende Wirkung: Ein- bis zweimal pro Woche sollte ein Saunatag genossen werden – ganzjährig.
3. Hat die Tageszeit einen Einfluss auf die Saunawirkung?
Am günstigsten ist es allein aus praktischen Gründen, die Sauna am Nachmittag oder frühen Abend zu besuchen. Wer später am Abend einen Saunagang macht, muss mit Schlafstörungen rechnen Probieren Sie aber am besten selbst aus, zu welcher Tageszeit Sie sich während und nach dem Saunabesuch am wohlsten fühlen.
4. Mein Kreislauf macht schnell schlapp.
Wer mit Kreislaufproblemen zu kämpfen hat, sollte ein paar Regeln beachten: Nicht mit vollem Magen in die Sauna gehen, zusätzliche Kreislaufbelastungen wie das finnische Quästen, Aufgüsse oder heftige Diskussionen meiden, nach dem Liegen nur langsam wieder aufrichten und erstmal Sitzen bleiben. Für Saunagänger mit niedrigem Blutdruck sind die anschließenden Kaltwasseranwendungen besonders wichtig.
5. Ich bin begeisterter Freizeitsportler. Darf ich danach gleich in die Sauna gehen?
Nach sportlicher Verausgabung sollten Sie erstmal eine Ruhephase einlegen und den Puls auf 100 Schläge/Minute runter kommen lassen. Vor dem Saunagang sollte der Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust mit Wasser und Saftschorlen wieder ausgeglichen werden. Durch das anschließende Hitzebad wird die beim Sport produzierte Milchsäure schneller abtransportiert, die Muskelregeneration wird beschleunigt.
6. Ich habe mir einen ziemlichen Muskelkater zugezogen. Ist Hitze da hilfreich?
Muskelkater entsteht durch intensive und ungewohnte Belastungen der Muskulatur. Lindernde Maßnahmen wie Massagen, Whirlpool und Saunawärme helfen gegen das typische Ziehen in den beanspruchten Körperpartien. Gerade das Schwitzbad regt den Stoffwechsel, die Durchblutung und die muskuläre Tiefenentspannung an.
7. Macht Sauna schlank? Ich möchte unbedingt ein paar Kilos loswerden.
Wiegt man sich vor dem Hitzebad und danach, stellt man fest, etwa 0,5kg pro Saunagang verloren zu haben. Allerdings nur Wasser, Körperfett lässt sich nicht so einfach wegschwitzen. Immerhin wird beim Saunieren die Produktion des Hormons Somatotropin angeregt. Dieses beeinflusst die Fettspaltung und den Fettabtransport aus den Fettzellen. Insofern kann ein Saunabad das Abnehmen positiv begünstigen.
8. Welche Wirkungen haben die verschiedenen Aufgüsse?
Es gibt verschiedene Duftkonzentrate mit unterschiedlichen wohltuenden Effekten: Eukalyptus beispielsweise befreit die Atemwege, Jasmin lässt Muskelkrämpfe schneller verschwinden und wirkt erfrischend, Rosmarin macht Sie nach dem Sport wieder munter, Wacholder beseitigt Stress und Mandarine wirkt wie ein Antidepressivum.
9. Mein Alltag ist sehr hektisch. Kann ich mit dem Saunieren Stress abbauen?
Ganz klar ja. Hitze und Kälte im Wechsel haben einen positiven Einfluss auf das vegetative Nervensystem. Die Rezeptoren in der Haut leiten die Wechselreize über das Nervensystem an das Gehirn weiter. Wer regelmäßig in die Sauna geht, trainiert diese Signalübertragung des Nervensystems.
Folge: Es kommt auch mit anderen Reizen besser zurecht, Aggressionen und Stress werden abgebaut. Die anschließende Ruhephase unterstützt den Effekt.
10. Wann ist die beste Zeit zu trinken? Zwischen den Saunagängen oder erst zum Schluss?
Der Flüssigkeitsverlust sollte in jedem Fall auch zwischen den Saunagängen ausgeglichen werden. Spätestens nach dem Saunabesuch viel trinken, und zwar Wasser oder Saftschorlen im Mischungsverhältnis 1:3 (Saft zu Wasser). Alkohol ist nicht zu empfehlen, da er den Kreislauf nur unnötig belastet.
11. Die Finnen oder Russen schlagen sich beim Schwitzen mit Birkenzweigen auf die Haut? Was steckt dahinter?
Zum Zeitpunkt eines Aufgusses schlagen die Finnen und Russen gerne mit frischen Birkenzweigen leicht auf die Haut – auch “Quästen” genannt. Die Birkenzweige verbreiten einen angenehmen Duft, zum anderen regt das Schlagen die Durchblutung der Haut an und man schwitzt mehr.
12. Gibt es Tipps, wie ich die Entschlackungswirkung verstärken kann?
Besser schwitzen Sie mit warmen Füssen. Empfehlung: Ein Fußbad in der Sauna mit 32 bis 35°C wärmt kalte Füße auf und kurbelt die Durchblutung im ganzen Körper an. Steigern Sie die Temperatur langsam auf 40 bis 43°C, in dem Sie Wasser nachlaufen lassen bis etwa Knöchelhöhe. Sobald sich Schweißperlen bilden, sollten Sie die Füße gut abtrocknen.
13. Wann sollte ich besser auf Sauna verzichten?
Wer an Fieber oder erhöhter Temperatur leidet, sollte auf Sauna verzichten, um nicht die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine ankommende Erkältung auszuschwitzen, bevor sie wirklich ausbricht, funktioniert nur in Ausnahmefällen. Meist bricht die Krankheit beschleunigt aus. Bei bestimmten Herzerkrankungen, organischen Entzündungen, Epilepsie, Wunden u.ä. sollten Sie auf Hitzebäder verzichten bzw. vorher mit Ihrem Arzt sprechen.
Quelle: Deutscher Wellness Verband e.V.